Tag8    Home    Tag10

Tag9

Diesmal war wieder ein Ausflug nch Norden, genauer Nord-Osten, geplant. Zunächst ging es nach Huntly. Die Strecke führet zunächst Richtung Kildrummy, diesmal aber der A97 folgend bis wir das Städtchen Huntly erreichten.


Huntly Castle, einst Sitz des Gordon Clans, hat die Zeit bis heute recht gut überstanden. Zumindest der Teil, der nach dem letzten Umbau entstanden ist. Bereits im 12. Jhd entstand neben dem jetztigen Bauplatz ein Holzgebäude mit Befestigungsanlagen. Später wurde ein Steinturm mit einigen Nebengebäuden errichtet. Zugunsten eines weiteren Umbaus wurde er aber wieder eingerissen, da man das Baumaterial benötigte. Seine Reste sind aber noch immer erkennbar. Vom späteren Hauptgebäude ist das meiste erhalten geblieben. Das heist wie üblich sind die Holzdecken verschwunden, aber die Skulpturen, die die Kamine zierten, sind noch heute zu sehen. Ebenfalls imposant ist das große (3 Stockwerke) hohe Relief über dem Haupteingang. Es zeigt die Wappen der Hausbesitzer, der damaligen Landesherrscher und religiöse Symbole.

Im Hof sind bis heute das Backhaus, die Brauerei (Bier war im Mittelalter Hauptgetränk der Dienerschaft) und besagter Wohnturm aus früheren Zeiten, mehr oder weniger gut erhalten geblieben. Außerdem sind noch die Umrisse des Stalls und eines Wohntracktes zu sehen. Bewundernswert ist bei diesem Castle die Tatsache, daß die Küche bereits fliessend Wasser hatte. Und zwar sowohl Frischwasserzufuhr, als auch Abwasserentsorgung.
Diese und weitere Details zeigen jedoch deutlich, daß Huntly nie eine stattliche Trutzburg war, sonder eher eine Spielerei eines zu reichen Adeligen des Mittelalters.
Was man sich am Ende seiner Besichtigung keinesfalls entgehen lassen sollte, ist ein Besuch des Kerkers. Noch heute ist er bewohnt, d.h. mit Puppen wird versucht den Kerker "lebendiger" wirken zu lassen.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir weiter nach Osten. Folgt man von Huntly der A96, so erreicht man nach zehn Meilen den Abzweig zur A920. Weiter 5bis 6 Meilen später gibt es einen Abzweig nach Süden, der zum Loanhead Stone Circle führt. Sollten sie die erste Zufahrt verpassen, weil sie dem kleinen Dreckweg, in den der Wegweiser zeigt, nicht genug Vertrauen entgegenbringen macht das fast gar nichts. Der nächste Dreckweg kommt bestimmt, auch wenn er auf ihrer Karte nicht eingezeichnet ist.

Von hier aus ging es weiter, immer noch der A920 folgend richtung Pitmedden. Etwas nördlich der Ortschaft lieg, abseits der Strasse, Tolquon Castle. Bedenkt man die im Mittelalter sonst übliche Bauweise, so ist die Wandstärke dieses Castles geradezu lächerlich. Zwar wirkt es nach außen gut befestigt und stabil, aber selbst die Türmchen neben dem Eingang sind hohl. So zeigt sich schnell, das auch diese Burg, wie vermutlich auch Huntly, ein reines Wohnhaus war. Allerdings hat man hier beim Bau auf diverse kostspielige Kleinigkeiten verzichtet.

Wie der Bauplan zeigt, ist Tolquon nahezu 4-eckig. Bedenkt man die Größe der einzelnen Gebäude und deren Anordnung, so könnte man die genausogut als Grundriss eines modernen Gebäudes in Betracht ziehen. An Stelle des, aus einer früheren Bauphase stammenden, Turms (links unten) eine Doppelgarage, über dem Eingangstor ein Wintergarten, im Erdgeschoß statt der Wirschaftsräume (rechts) ein Schimmbecken, .... Der Fantasy sind keine Grenzen gesetzt.

Ein Blick durch das Eingangstor zum Treppenhaus vor der Halle.
Vielleicht ist ein Nachbau doch nicht so empfehlenswert, da im Innenhof nur sehr wenig Licht ankommt....

Tag8    Home    Tag10

Tartan: Clan Forbes